
Wolfsburg per Rad: von Fallersleben bis an den Drömling
Der Aller-Radweg verbindet in Wolfsburg historische Orte, moderne Stadtlandschaft und weite Naturräume zu einer ungewöhnlich kontrastreichen Linie.
Von Redaktion Braunschweig Region
Wolfsburg wird oft über einzelne große Ziele erzählt: Autostadt, Phaeno oder Allerpark. Auf dem Aller-Radweg entsteht ein anderes Bild. Die Strecke setzt historische Kerne, moderne Architektur, Freizeitlandschaft und Naturräume in eine gemeinsame Linie. Wer sich Zeit nimmt, erlebt die Stadt nicht als Sammlung getrennter Attraktionen, sondern als Folge sehr unterschiedlicher Räume.
Nach Angaben der Stadt verlaufen ungefähr 27 Kilometer des Aller-Radwegs durch das Wolfsburger Stadtgebiet. Dazu gehören Bezüge zu Fallersleben, dem Ilkerbruch, dem Klieversberg, der Innenstadt, Schloss Wolfsburg und dem Übergang in Richtung Drömling. Nicht alle diese Orte liegen wie Perlen direkt nebeneinander; sie helfen vielmehr, den Charakter des Abschnitts und mögliche Abstecher zu verstehen.
Für einen Tagesausflug ist die wichtigste Entscheidung nicht die Sehenswürdigkeitenliste, sondern die Logistik. Der Aller-Radweg ist ein Fernradweg und keine geschlossene Runde. Wer einen Abschnitt nur in eine Richtung fahren will, braucht eine verlässliche Rückfahrt. Eine Hin-und-zurück-Variante mit festem Wendepunkt ist oft weniger ambitioniert, aber deutlich entspannter.
Der Allerpark bietet sich als Pause an, weil Wasser, Freiflächen und der Fernradweg räumlich zusammenkommen. Hier kann die Gruppe entscheiden, ob eine kurze Unterbrechung reicht oder ob der See zum eigentlichen Tagesziel wird. An vollen Veranstaltungstagen verändert sich die Atmosphäre jedoch deutlich. Ein kurzer Check vor der Abfahrt verhindert, dass eine ruhige Radtour überraschend in große Besucherströme gerät.
Auch die Stadtmitte verlangt Auswahl. Ein Museumsbesuch im Phaeno lässt sich theoretisch ergänzen, macht aus der Radtour aber schnell einen kombinierten Ganztag. Wer vor allem fahren möchte, beschränkt sich auf einen Außenstopp und hebt den Innenbesuch für einen anderen Tag auf. So bleibt genug Zeit für die landschaftlichen Abschnitte östlich oder westlich des Zentrums.
Die geringe Steigung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Wind, Distanz und Rückweg Kraft kosten. Wasser, Pannenset und Wetterschutz gehören mit, ebenso eine aktuelle Karte. In geschützten Landschaftsräumen bleibt man auf den freigegebenen Wegen und beachtet saisonale Hinweise. Baustellen oder Hochwasserfolgen können außerdem kurzfristige Umleitungen erforderlich machen.
Gerade in dieser Mischung liegt die Stärke der Tour. Zwischen Fallersleben und Drömling wird Wolfsburg älter, grüner und vielfältiger, als sein bekanntestes Image vermuten lässt. Der Aller-Radweg ist damit nicht nur Verbindung, sondern eine Erzählachse durch die Stadt.
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